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Auf diesen Seiten gibt es Einblicke in die Arbeit des Fachbereichs GSW:


6e und 6f "auf den Spuren von Römern und Germanen!"

Die Klassen 6e und 6f haben im Rahmen des Faches Geschichte zum Abschluss ihrer Unterrichtsreihe "Römer und Germanen" einen Ausflug zur Varusschlacht nach Kalkriese gemacht.

Sehr aufschlussreich und schülerorientiert wurde man an den Originalplätzen in der Nähe von Osnabrück über die Geschehnisse früherer Tage informiert, so dass man (wie die Bilder dokumentieren) von einer sehr gelungenen Exkursion sprechen kann...

Auf den Spuren der Moorsoldaten – Friedensschüler machen Gedenkstättenfahrt nach Esterwegen

von Viktoria Wagner und Djanta Butoyi (9e)

Um 12 Uhr machten wir uns auf dem Weg in die Gedenkstätte Esterwegen im Emsland. Als wir ankamen wurden unsere zwei Klassen 9e und 9g getrennt von Herrn Ausländer und Herrn Bock, den Seminarleitern, begleitet.

Die erste Station von unserer Klasse 9e war eine Präsentation im Seminarraum 1 von Herrn Ausländern. Dort bekamen wir eine Einführung über die Konzentrationslager in das damalige Deutschland mit dem Schwerpunkt auf die Geschichte des Konzentrationslagers Esterwegens. Die „Hölle am Waldesrand“, wie es von den Häftlingen früher genannt wurde, war das zweite fertige Kz Lager im Emsland. Juden, Zeugen Jehovas, politische Gegner, Homosexuelle und später auch Kriegsgefangene wurden in das Konzentrationslager eingesperrt. Sie entsprachen nicht Hitlers Ideal oder waren seine politischen Gegner. Die Häftlinge nannte man auch „Moorsoldaten“, weil sie aus dem Moor bewohnbares Land machen sollten. Außerdem bauten sie Siedlungen, Straßen sowie Schwimmbäder für die Wachmannschaften. Hier und in den anderen Lagern im Emsland wurden bis 1945 mehr als 30.000 Menschen ermordet.

Anschließend hatten wir eine kleine Pause und trafen uns danach auf dem Außengelände, wo wir uns in kleine Gruppe aufteilten und das 7 Hektar große Gelände erkundeten. Dabei stellten wir fest, dass der heutige Aufbau nicht mehr dem originalen Aufbau des damaligen Lagers entspricht. Die Baracken, in denen bis zu 100 Sträflinge lebten und die Wächter-Baracken, wurden durch Bäume dargestellt. Man sieht heute nur noch einen kleinen Teil der originalen Straßen und die ehemalige Mauer, die einstige Lager umschloss wird mit Stahl dargestellt. Dabei kam uns eine große Frage auf: Warum gibt es keine original Baracken mehr und warum wurden sie als Bäume dargestellt und nicht nachgebaut? Nachdem ausländische Soldaten nach Ende des Krieges 1945 die Häftlinge befreiten, wurden die Baracken abgerissen und die Steine sowie das Holz verkauft. Auf ein Nachbau der Baracken wurden verzichtet, weil man die Gefühle und die Geschichten der Häftlinge nicht nachbauen konnte.

Danach fanden wir uns wieder in einem Seminarraum zusammen, wo wir Luftbilder des Geländes betrachteten und weitere Informationen bekamen. Anschließend gingen wir in die Dauerausstellung der Gedenkstätte und füllten mit einem Partner verschiedene Arbeitsblätter aus. Die Information bekamen wir zum Beispiel von Aufstellwänden und Animationen. An einer Wand sind 244 Gesichter abgebildet, welche verschiedene Opfer zeigten.

Auf dem Rückweg führten wir im Bus mehrere Interviews mit Schülern, um deren Meinungen und Eindrücke festzuhalten. Die Mehrheit der Befragten bekam einen guten Eindruck von der Fahrt, dennoch hätten sich einige einen Nachbau der Baracken zur besseren Veranschaulichung gewünscht. Zudem waren einige von der Gewalt und von den Umständen der Leute von früher geschockt, da alles sehr anschaulich und informativ erläutert wurde. Die Klassen sind sich einig, dass der Ausflug allem in einem lehrreich und sinnvoll war. Eine Fahrt in die Gedenkstätte Esterwegen können sie anderen Klassen nur weiterempfehlen.

Wir finden letzten Endes, dass die Führung durch das ehemalige KZ durch die ganzen Eindrücke, Präsentationen und Darstellungen sehr real wirkte. Auch wenn das Thema Verfolgung der Juden im Unterricht behandelt wurde, war es dennoch sehr erschreckend was damals ablief. Wir sind sehr froh, dass solche Einrichtungen heutzutage nicht mehr existieren und das keine Menschengruppe, aufgrund der Herkunft oder Religion so schrecklich leiden müssen. Wenn man daran denkt, dass man am gleichen Ort stand, wo Menschen jahrelang gequält wurden, bekommt man ein leichtes Gefühl des Schmerzens und der Trauer. Diese Zeit dürfen wir nicht vergessen und müssen aufpassen, dass es nicht nochmal passiert. An dieser Stelle wollen wir uns nochmal bei Herrn Ausländer und Herrn Bock bedanken, dass es die Gedenkstätte gibt und dass sie uns rumgeführt haben.